Liebe Gemeinde, Ostern steht vor der Tür. Dieses Jahr so spät wie nie. Fast schon bis Mai müssen wir warten, ehe wir uns auf Ostereiersuche begeben können. Wenn das wieder so ein heißes Frühjahr wird, wie im letzten Jahr, sind die Schokoeier geschmolzen, bevor sie unsere Kinder im Garten gefunden haben. Suchen und finden begleitet uns – über Ostern hinaus – das ganze Jahr 2019, so fern wir der Jahreslosung folgen: „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ Wieder mal geht’s um den Frieden. Diesen, von allen begehrten und doch oft so schwer zu haltenden, Frieden. Was ist nicht alles schon über den Frieden geredet, geschrieben und gesungen worden in den letzten Jahren. Und doch scheint es, als ob der Frieden ein sehr flüchtiger Gast ist. Schweigende Waffen, Abwesenheit von Krieg, Waffenstillstand – alles gute und wichtige Dinge. Aber echter Frieden ist das noch nicht. Frieden, so  verstanden wie das hebräische SCHALOM – ein umfassender, tief in die Seele dringender Zustand des Glücks und der Sicherheit, ist eine ganz andere Hausnummer. Den gibt’s nicht an der Ecke im Supermarkt im Sonderangebot oder zu Schleuderpreisen. Echter Frieden hält sich verborgen und will gefunden werden. Und einmal gefunden, muss er immer wieder neu errungen und gehalten werden – nachgejagt werden, wie die Jahreslosung suggeriert. Wo aber soll ich denn suchen nach diesem Frieden? Frieden fängt im eigenen Herzen an. Friedlose, gehetzte und mit sich und der Welt unzu-Frieden-e Menschen können auch nach außen keinen Frieden halten. Der Kirchenvater August hat den Satz geprägt: „Unruhig ist mein Herz in mir, bis es Ruhe findet in Dir“. Übertragen könnten wir auch sagen: „Friedlos ist unser Herz, bis es Frieden findet in Dir.“ Nur Gott allein kann
unserem Herzen den Frieden schenken, den wir brauchen, nach dem wir uns sehnen, der uns umtreibt, wenn er uns fehlt. Dafür ist Jesus gestorben, an Karfreitag und an Ostern auferstanden, dass er Frieden herstellt zwischen uns schuldhaft verstrickten Menschen und Gott, der uns Frieden gibt, wenn wir Ihn wirklich suchen. Wer diesen Frieden gefunden hat, kann auf vieles verzichten und dennoch zu-frieden sein. Und von einem zufriedenem Herzen können Impulse ausgehen, die sich in konzentrischen Kreisen in die Welt ausbreiten und in allen Lebensbereichen Frieden stiften. Anders – ohne Gott – wird es keinen wirkliche Frieden geben. Weder inneren Frieden noch den Frieden in der Welt. Frohe Ostern wünscht Pfarrer Uwe J. Steinmann
DAS GEISTLICHE WORT